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July 30, 2010
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Silvester in Deutschland

Fast überall auf der Welt feiern die Menschen Silvester – natürlich auch die Deutschen. Doch wie feiern sie eigentlich? Ein wichtiger Unterschied zu Weihnachten: Weihnachten ist ein Familienfest, Silvester feiern aber viele zusammen mit Freunden. Hier ein paar Silvestertraditionen, mit denen die Deutschen ins neue Jahr starten.

Silvester Berlin flickr_cc_bby

Silvester Berlin flickr (cc) user: bby

Knaller und Raketen

31. Dezember, fünf Uhr nachmittags. Plötzlich gibt es einen lauten Knall, gleich danach noch einen. An anderen Tagen würden manche Leute aus dem Fenster sehen. Doch heute wundert sich niemand. Warum? Ganz einfach: Heute ist Silvester. In Deutschland dürfen Privatleute seit drei Tagen Feuerwerkskörper (auch „Böller“, „Knaller“ oder „Raketen“ genannt) kaufen – eigentlich für den Jahreswechsel um 0 Uhr. Doch manche sind ungeduldig. Sie beginnen bereits nachmittags mit dem Abschießen von Silvesterraketen.

Früher wollten die Menschen mit Feuer und Lärm böse Geister vertreiben. Heute begrüßen sie mit dem Feuerwerk einfach das neue Jahr. Das Feuerwerks-Spektakel beginnt um 0 Uhr:  Die Menschen gehen dann vor ihr Haus oder kommen auf großen öffentlichen Plätzen zusammen. Dort feuern sie ihre Raketen ab. Es knallt überall und der Himmel leuchtet in allen Farben.

Nicht alle Menschen finden diese Tradition in Deutschland gut. Denn für die Silvesterknaller geben die Deutschen jedes Jahr viele Millionen Euro aus. Seit 1982 gibt es deshalb die Aktion „Brot statt Böller“. Viele Hilfsorganisationen bitten damit um Spenden für die Dritte Welt.

Sekt und Berliner

Natürlich darf an Silvester der Sekt nicht fehlen. Ob zu Hause oder draußen: Um Punkt Mitternacht prosten sich die Menschen damit zu. Man umarmt sich und wünscht sich gegenseitig ein „Frohes neues Jahr!“.

Die Bäckereien müssen für den Silvestertag massenweise Berliner produzieren (auch „Krapfen“ oder „Pfannkuchen“ genannt). Berliner sind süße, mit Marmelade gefüllte Gebäckteile aus Hefeteig. Diese werden traditionell nach dem Feuerwerk gegessen.

Dinner for one und die Neujahrsansprache

Viele Menschen sehen am 31.12. auch gerne fern, zumindest 18 Minuten lang. Denn der Sketch Dinner for one mit dem englischen Komiker Freddie Frinton und seiner Partnerin May Warden gehört inzwischen zum festen Silvesterprogramm im deutschen Fernsehen. Die Handlung ist einfach: Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag. Sie möchte dabei  mit ihren Freunden anstoßen. Das Problem: Alle ihre Freunde sind bereits tot. Also muss ihr Butler James die Freunde „spielen“ – und für jeden Freund auch trinken. Natürlich wird er dabei immer betrunkener und verhält sich auch entsprechend.

Das Besondere an dem Sketch: Die Dialoge sind auf Englisch. Nur die Einleitung des Sketches ist auf Deutsch. Doch auch wenn man kein Englisch kann – diesen Sketch versteht man ohne Worte.

Dinner for one wurde zum ersten Mal 1963 gesendet. Heute kann sich fast niemand mehr Silvester ohne Dinner for one vorstellen. Der Sketch schlägt inzwischen sogar die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers / der Bundeskanzlerin. Diese wird ebenfalls jedes Jahr am Silvesterabend gesendet, doch mit weniger Erfolg: 1997 sahen erstmals mehr Menschen Dinner for One (11,93 Millionen) als die Neujahrsansprache (9,28 Millionen).

Bleigießen und gute Vorsätze

Für viele gehört auch Bleigießen zum Silvesterabend dazu. Dabei schmilzt man ein kleines Stück Blei mit einer Kerze. Danach wirft man es in kaltes Wasser. So entsteht eine „Figur“. Diese soll einen Blick in das kommende Jahr geben. Eine Blume bedeutet zum Beispiel, dass neue Freundschaften entstehen; eine Kuh bedeutet die Heilung einer Krankheit. Viele Menschen verwenden für diesen Brauch jedoch inzwischen lieber Wachs. Denn Blei ist sehr ungesund und umweltschädlich, Wachs jedoch nicht.

Mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren, nicht mehr rauchen....... - jedes Jahr fasst knapp die Hälfte aller Deutschen gute Vorsätze fürs Neue Jahr. Doch die meisten guten Vorsätze halten nicht lange: Laut einer Studie werden 80 Prozent der Vorsätze gebrochen, davon sogar 23 Prozent schon in der ersten Woche (Quelle: www.fazjob.net).

Trotzdem sterben die guten Vorsätze nicht aus, denn sie gehören einfach zu Silvester dazu – so wie die Feuerwerke, Dinner for one, Partys und Sekt.


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