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Starke Partner
Deutschland und Südkorea – auf den ersten Blick zwei Länder mit gewöhnlichen Handelsbeziehungen. Doch bereits der zweite Blick zeigt deutlich: Die Verbindung zwischen diesen beiden Ländern hat etwas Besonderes. Denn zahlreiche universitäre und geschäftliche Zusammenarbeiten haben Südkorea und Deutschland inzwischen zu starken Partnern gemacht. Und das Gute daran: Beide Länder profitieren enorm von dieser Teamarbeit.
 Germany-South Korea collage
Professor Dr. Jaeyoung Lee, Dozent am Gwangju Institut für Wissenschaft und Technik (GIST) in Südkorea, kennt Deutschland sehr gut. Im Jahr 2001 hat er hier promoviert. Sein Fach: Elektrochemie. Laut Lee war „Deutschland der beste Ort für Elektrochemie auf der ganzen Welt“, außerdem „gibt es hier bessere Programme, die das Studium unterstützen. Und alles hier ist gut organisiert und läuft entspannter.“ Ohne deutsche Unterstützung hätte Lee seinen Abschluss jedoch wahrscheinlich nur schwer geschafft: Mithilfe des DAAD (Deutscher Akademische Austauschdienst) fand Lee seinen Doktorvater. Zudem erhielt er neben koreanischen Studentenkrediten auch deutsche.
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Seit 2008 gibt es neben dem DAAD eine weitere wichtige Adresse für alle deutschen und koreanischen Austauschstudenten: Das Absolventen-Netzwerk ADeKo, eine Einrichtung des DAAD in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Südkorea. „Wir sind wie eine Partnervermittlung“, sagt Michael Paulus, Leiter des DAAD in Seoul. „Wir stellen Kontakte her: zwischen den Absolventen, die aus Deutschland zurückgekehrt sind, und Leuten aus der Geschäfts- und Hochschulwelt hier in Korea. Allerdings helfen wir nicht bei der Jobsuche.“ Auch Professor Lee nutzt heute ADeKo sehr viel für die Unterstützung seiner Austauschstudenten – sowohl vor als auch nach dem Austausch: „Es gibt so viele unterschiedliche Programme. ADeKo sammelt alle Informationen und hilft, wenn die Leute verwirrt sind. Vor ADeKo gab es kein solches Netzwerk in Korea.“ Die enge deutsch-koreanische Zusammenarbeit besteht jedoch nicht nur auf universitärer Ebene. Auch im geschäftlichen Bereich haben sich mittlerweile sehr stabile Partnerschaften etabliert. Denn beide Länder haben ein starkes Interesse an erneuerbaren Energien und Umwelttechnologien. In Deutschland haben grüne Technologien bereits lange Tradition. Das entsprechende Know-How ist hier also sehr groß. Südkorea möchte dieses Fachwissen nutzen und gemeinsam mit Deutschland weiterentwickeln. Denn sowohl die südkoreanische Regierung als auch der Bürgermeister von Seoul, Oh Se-hoon, unterstützen mit voller Kraft alle Entwicklungen für eine grüne Zukunft. Drei Prozent des koreanischen Bruttosozialprodukts fließen in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien. Somit wird auch deutsches Fachwissen gut bezahlt. Jungeun Kim ist 25 Jahre alt und studiert im Moment an der Fachhochschule Reutlingen in Deutschland. Auch sie hat in Seoul ein verstärktes Interesse an grünen Technologien bemerkt: „Viele Firmen sind an Solarenergie interessiert und möchten entsprechende Technologien weiter entwickeln.“ Doch laut Kim steht die koreanische Regierung noch vor einer großen Herausforderung: „In Korea gibt es zwar starkes Interesse an erneuerbaren Energien. Doch der koreanische ‚Otto Normalverbraucher’ hat bisher wenig Umweltbewusstsein.“ Dieses Bewusstsein muss von der Regierung erst noch geschaffen werden.
Unter Se-hoon läuft bereits ein großes deutsch-koreanisches Projekt: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Solarenergie (ISE) der Fraunhofer-Gesellschaft in Freiburg soll in Korea ein 3000 qm großes Null-Energie-Haus entstehen: Das ganze Gebäude wird keine externe Energie benötigen. Heizwärme und Strom sollen zu 100 Prozent aus Solar- und Thermalenergie kommen. „Das Haus wird den Bürgern von Seoul deutlich demonstrieren, welches Potenzial erneuerbare Energien haben.“, erklärt Professor Dr. Volker Wittwer, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solarenergie in Freiburg. Dieses und viele weitere gemeinsame „grüne“ Projekte bringen nicht nur interessante Ergebnisse hervor, sondern auch neue Ideen und Lösungen: Trendsetter im Bereich Umwelttechnologien. Das Know-How können Deutschland und Südkorea später gemeinsam an andere Länder weitergeben. Es besteht also nicht nur gegenwärtig eine enge Beziehung zwischen den beiden Ländern. Auch in Zukunft werden Deutschland und Südkorea starke Partner mit gemeinsamen Zielen bleiben.
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