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July 30, 2010
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Deutsch@YG > Leichtathletik WM

Höher, schneller, weiter

Leichtathletik-Fan? Bereit für ein kurzes Quiz? Frage: Welche zwei deutschen Brüder sind bis heute im Leichtathletik-Bereich größte Rivalen? Wann und wo werden sie wieder gegeneinander“ antreten? Antwort: Die Brüder Rudolf und Adolf Dassler. Ihr nächster großer Wettkampf findet auf der Leichtathletik-WM in Berlin statt (15. – 23.8.2009).

Accelerating from the blocks. Photo: (CC) Flickr/spitfireelas

Accelerating from the blocks. Photo: (CC) Flickr/spitfireelas

Noch nie von ihnen gehört? Das ist gut möglich, denn erstens leben die beiden Männer gar nicht mehr. Und zweitens kennt man sie eigentlich unter anderen Namen. Doch unter diesen Namen sind sie weltberühmt: Puma und Adidas.

Gegründet wurden die beiden Firmen nach dem zweiten Weltkrieg. Die Brüder teilten sich (nach Streitigkeiten) ihr gemeinsames Unternehmen „Gebrüder Dassler“ auf. Rudolf Dassler nannte seinen Firmenanteil ‚Puma’; Adolf (Spitzname ‚Adi’) Dassler verwendete einfach die ersten Buchstaben seines Namens: Adidas.


< Links gibt es Übungen mit Lösungen zum Artikel (PDF-Files)


Dies erklärt, warum zwei der weltweit größten Sportschuh-Hersteller ihren Firmensitz in derselben deutschen Kleinstadt haben: Herzogenaurach - so heißt die Heimat von Adidas und Puma. Bis heute ist die Konkurrenz dort besonders groß. Kein Laden in Herzogenaurach bietet gleichzeitig Adidas- und Puma-Artikel zum Verkauf an.

Die Marken-Giganten erleben ihre Personifizierung in zwei Sport-Giganten: Usain Bolt und Tyson Gay. Die beiden Sprinter werden im 100- und 200-Meter-Lauf gegeneinander antreten. Usain Bolt, der aktuelle Weltrekordhalter im 100-Meter-Lauf (9,69 Sekunden), wird dabei Puma-Schuhe tragen. Tyson Gay schaffte 2007 (allerdings mit Rückenwind) 100 Meter in 9,68 Sekunden. Er wird von Adidas gesponsert. Es ist also nicht nur ein Rennen um Sekunden. Es ist auch ein Rennen um Marktanteile.

Neben Bolt und Gay reisen 2000 Athleten zur WM nach Berlin. Alle Sportlerinnen und Sportler werden dort um dasselbe kämpfen: Medaillen. Der Leistungsdruck dabei ist sehr hoch. Dies bedeutet, dass auch Doping wieder ein großes Thema sein wird. „Man muss als Sportler sehr erfolgreich sein, so dass man Sponsorenverträge bekommt und Preisgelder gewinnt. Nur so kann man vom Sport leben. Das heißt, die Athleten müssen entscheiden: Verbessere ich durch Doping meine Leistung? Oder gebe ich meine Karriere auf und suche mir eine ‚normale’ Arbeit?“, erklärt der Sportwissenschaften-Student Philip Engel (27) das Dilemma.

Auch die Zuschauer fördern die Doping-Kultur. Denn sie wollen immer neue Rekorde sehen. Immer mehr Sport-Interessenten diskutieren daher die Frage: Soll Doping legalisiert werden? Engel ist strikt dagegen: „Ich glaube zwar, dass Doping im Spitzensport immer existieren wird. Doch das Legalisieren von Doping wäre ein schwerer Fehler.“ Denn jeder Sieg, der durch Doping erreicht wird, ist kein natürlicher Sieg. Und die körperlichen und mentalen Konsequenzen für gedopte Athletinnen und Athleten sind gravierend: Kurzfristig können Dopingmittel unter anderem Paranoia und Aggressionen auslösen. Und langfristig führen sie häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Ein hoher Preis also, den viele Athletinnen und Athleten für ihren Erfolg zahlen. Warum tun sie das? „Die Menschen denken immer nur an ihre aktuelle Situation. Es ist ihnen völlig egal, was später sein wird“, erklärt die Sportwissenschafts-Studentin Ruth Benner, 25.

Höher, schneller, weiter – bei jedem sportlichen Großevent gibt es also auch noch einen „Kampf“ hinter den Kulissen: Der Kampf gegen Doping und für „Fair Play“. Hoffentlich wird„Fair Play“ dabei immer als Gewinner hervorgehen.  



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